EU-Kommission erarbeitet Ressourcenstrategien

Am 01. Oktober 2003 hat die Kommission die Mitteilung zur Entwicklung einer thematischen Strategie für die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen (KOM(2003) 572 endg.) angenommen. Die Mitteilung ist der erste Schritt zur Entwicklung einer Ressourcenstrategie, wie sie im sechsten Umweltaktionsprogramm der Europäischen Union gefordert wurde. Sie soll eine Debatte über den Rahmen der Ressourcennutzung in Gang bringen.

Die Ressourcenstrategie sollte nach Ansicht der Kommission vor allem auf eine Verringerung der Auswirkungen auf die Umwelt (d.h. auf Luft, Wasser, Boden und lebende Organismen) ausgerichtet sein, um es expandierenden Wirtschaften zu ermöglichen, Ressourcen sowohl vom wirtschaftlichen wie vom ökologischen Standpunkt aus effizient zu nutzen. Diese sogenannte Entkopplung von Auswirkungen und Wachstum ist das übergeordnete Ziel, zu dem die Strategie einen Beitrag leisten soll.

Die Umsetzung neuer Politiken und die Anpassung bestehender Konzepte zur Erreichung der notwendigen Entkopplung von ressourcenbezogenen Umweltauswirkungen und Wirtschaftswachstum wird nach Auffassung der Kommission ein langfristiger Prozess sein. Der Zeithorizont für die Strategie beträgt daher 25 Jahre.

Bei der Entwicklung der Strategie soll zuerst bestimmt werden, welchen Ressourcen zu einem bestimmten Zeitpunkt das größte Gewicht zukommt, z.B. den Ressourcen mit dem größten Potenzial für Umweltverbesserungen unter Berücksichtigung technologischer Möglichkeiten und sozioökonomischer Aspekte. Die Strategie müsse daher darauf ausgerichtet sein, zunächst eine Wissensgrundlage zu schaffen und dann die Optionen für Verbesserungen zu bewerten, so die Kommission. Die Optionen würden vermutlich in eine der drei folgenden Kategorien fallen:

  1. Ressourcennutzung mit ökoeffizienteren Technologien
  2. Änderung der Verbrauchs- und Nutzungsmuster
  3. geringere Nutzung einer bestimmten Ressource, wenn dafür kostenwirksame und realistische Möglichkeiten bestehen.


Verbindungen zwischen der Ressourcenstrategie und Abfallvermeidung/-recycling seien von Bedeutung, wird in der Mitteilung ausgeführt. Vermeidung und Recycling verringerten die Umweltauswirkungen aus der Gewinnung primärer Rohstoffe und aus ihrer Verarbeitung im Produktionsprozess. Die Abfallbewirtschaftung sei daher Teil des Zyklus der Ressourcennutzung und stelle einen integralen Bestandteil seiner Gestaltung dar.

Nach der Veröffentlichung des Dokuments wird die Kommission in einem offenen, kooperativen Prozess und unter Beteiligung der Organe und Einrichtungen der Gemeinschaft sowie aller Interessengruppen eine umfassende Strategie erarbeiten, die im Jahr 2004 vorgelegt werden soll.

Die Kommission hat inzwischen auch die Gremien für die Strukturierung des Dialogs zur Erarbeitung der Ressourcenstrategie besetzt. Dem knapp 90-köpfigen Advisory Forum, welches für die strategische Bewertung der Expertenvorschläge zuständig ist, gehören für die FEAD David Newman und Vanya Veras, für das BMU Eckart Meyer-Rutz und für den BDI Alexander Kessler an.

Zusätzlich wurden zwei Arbeitsgruppen gegründet. Die beiden Arbeitsgruppen setzen sich aus jeweils etwa 50 Experten zusammen. David Newman ist für die FEAD Mitglied der Arbeitsgruppe 2, die sich neben dem Gebrauch von Ressourcen auch mit deren Entsorgung auseinandersetzt. Ein Steuerungsgremium koordiniert die Aktivitäten der Arbeitsgruppen.

Interessenten erhalten Informationen über die Ressourcenstrategie auf der Internetseite der Kommission unter www.europa.eu.int/comm/environment/natres/index.htm. Stellungnahmen und Beiträge zur Entwicklung der Strategie können an die nachstehende E-mail-Adresse gesandt werden.

Weitere Informationen: Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt, Unit A2: Produktion, Verbrauch & Abfall, Office BU-5/182, Rue de la Loi 200, B-1049 Brüssel, E-mail: ENV-natres@cec.eu.int, Fax: 0032/2/2 96 39 80, Ansprechpartner: Frans Vollenbroek. Quelle: BDE Brüssel - EU-Nachrichten -Januar 01/2004 sowie eigene Recherchen. (KE)

Quelle: H&K 1/2004, S. 44